Lifestyle

Wohnen, einrichten, leben

Die größte Herausforderung in Heidelberg ist (fast) immer der Platzmangel, daher ist das Einrichten auf engsten Raum eine Fertigkeit, die wir beherrschen müssen.

Manche halten sich stark minimalistisch – hauptsächlich klare Formen, helle Töne, neutrale Farben – wenig, aber bewusste Deko. Andere nutzen wirklich jeden Quadratmeter so kreativ, dass dabei möglichst viel neuer Raum entspringt.

Deshalb wird man in unseren Wohnungen viele funktionale Möbelstücke entdecken: von Hochbetten über Paravents (Raumtrenner) bis hin zum Klapptisch und Faltsofa.

Wir gehen vor allem bei Ikea oder im Bauhaus einkaufen. Das sind immer die ersten Adressen, wenn es ums Einrichten geht.

Interessante Möbelstücke finden wir aber auch auf Flohmärkten oder auf dem Sperrmüll. Denn Heidelberger*innen stellen richtig tolle und intakte Schmuckstücke auf die Straßen. Luxusprobleme halt. Es lohnt sich, die Augen aufzuhalten.

Aktuell sind Palettenmöbel voll im Trend. Außerdem ist der Bohemien-Style (Boho-Chic) bei uns eingekehrt, was fast schon widersprüchlich wirkt: Wir lieben gemütliches, verträumtes und unkonventionelles Wohnen in viel zu teuren Wohnungen, in spießigen Stadtteilen, bei kleinkarierten Vermietern.

Unsere Wohnung bekommt einen legeren Hippie Flair durch gehäkelte Poufs, kuschelige Kissen und Decken, Tüchern an Wänden, Büchertürme, Lichterketten und Kerzen in leeren Weinflaschen.

Wir achten auf Naturtöne und -materialien, setzen aber entsprechende Akzente mit für uns besonderen Gegenständen (vielleicht Urlaubserinnerungen), Bildern oder Accessoires.

Unseren Kaffee trinken wir aus Bambusbechern und Kaltgetränke aus alten Marmeladengläsern. Generell finden wir Wiederverwertung sämtlicher Materialien toll. Wir lassen uns ständig etwas einfallen. Damit schaffen wir nach und nach das ganze Plastik aus dem Haus.

Hin und wieder schauen wir im Recycling-Kaufhaus vorbei, weniger aber, um dort etwas Neues zu finden, als all das Zeug loszuwerden, dass sich bei uns angehäuft hat. Genauso ist der Umsonst-Laden in Rohrbach eine gute Adresse.

Das wirst Du in unserer Wohnung vergebens suchen:

Wir haben diesem Gerät endgültig abgeschworen und das schon seit vielen Jahren, weshalb wir die Weiterentwicklung zum Flachbildschirm schon gar nicht mehr richtig mitbekommen haben. Einen Fernseher wirst Du bei uns womöglich nicht finden. Wir schauen Filme und Dokus über unseren Laptop, über einen Beamer oder wir gehen ins Kino.

Wir hassen Plastik und alles, was daraus besteht – Geschirr, Besteck, Verpackungsmaterial, Hygieneartikel, Kisten, Dekoration, Möbel, Schuhe und Kleidung. Wir bemühen uns um Nachhaltigkeit und greifen lieber zu Naturmaterialien.

Auch Hochprozentiges steht nicht in unserem Regal. Dafür aber umso mehr Weinflaschen (mehr leere, als ungeöffnete).

Ein separates Schlafzimmer! Oft sind unsere Wohnungen so klein, dass das Wohnzimmer gleichzeitig auch als Schlafplatz dient. Das macht aber nichts, die meiste Zeit halten wir uns sowieso lieber in der Küche auf.

Selten haben wir einen Dachboden oder ein Kellerabteil, geschweige denn einen Stellplatz fürs Auto – die kann der Vermieter nämlich zusätzlich vermieten und doppelt abkassieren.

Oft fehlt die Spülmaschine, manchmal der Backofen und in vielen Wohnungen der Platz für eine Waschmaschine. Doch Alternativen gibt es genug und eine Lösung finden wir immer. Entweder gibt es im Keller einen Gemeinschaftsraum mit Münzzähler oder einen Waschsalon um die Ecke. Man besorgt sich einen elektronischen Mini-Backofen, einen Toploader, der zwischen Dusche und WC gequetscht wird und die Gläser spülen wir einfach selbst ab.