Lifestyle,  Über Heidelberg

Ständig Besuch

Wer in Heidelberg lebt, muss damit rechnen, ständig besucht zu werden. Plötzlich hat jeder einen Grund, einen Abstecher nach Heidelberg zu machen: alte Schulfreunde, Bekannte aus dem Ausland, die verheiratete Schwester und natürlich die eigenen Eltern. Heidelberg ist ja auch „soooooo schön“, da muss man natürlich regelmäßig vorbeischauen. Das verstehen wir!

Was die Eltern betrifft, ist es während des Studiums sowieso so eine Sache: Sie sponsern uns und wollen natürlich regelmäßig sehen, wie sich ihr Mädel so entwickelt, also wohin das Geld fließt.

Man hat mehrere Varianten, wie man seine Gäste am besten unterbringt (und wir haben alle ausprobiert). Es kommt natürlich darauf an, wer kommt, wie lange und wie viele davon! Die beste Freundin darf natürlich im selben Zimmer schlafen. Vorausgesetzt, sie kommt alleine und der Platz reicht für eine zweite Matratze. Wir können uns auch, um ehrlich zu sein, nicht vorstellen, die Freundin irgendwo anders schlafen zu lassen.

Anders sieht es aber aus, wenn sie ihren Lover mitbringt. Ein Pärchen im selben Zimmer? Kann schon sehr komisch werden – vor allem, wenn wir abends noch gemeinsam unterwegs sind, vielleicht noch etwas trinken und die „Romantik“ voll abgefärbt. Gekuschel und Gefummel liegt nur einen halben Meter entfernt vom eigenen Kopfkissen. Das muss wirklich nicht sein! Am besten, die beiden gehen am nächsten Morgen auch noch gemeinsam duschen. Man kann nur hoffen, dass die kleine Dusche dies standhält!

Vielleicht hat man Mitbewohner*innen oder nette Nachbar*innen, die einem gerne ihr Zimmer (oder gleich die ganze Wohnung) zur Verfügung stellen, während sie über das Wochenende vereisen. Das wäre großartig! Wir quartieren unsere Gäste natürlich in der eigenen Wohnung ein und übernachten dafür im Nachbarzimmer. Selbstverständlich gießen wir gleich noch die Blumen und leeren den Briefkasten. Im Gegenzug stellen wir unser Bett anderen Personen gerne zur Verfügung, wenn wir einmal unterwegs sind.

Wir können unsere Gäste auch in der Jugendherberge oder in einem kleinen schnuckeligen Hostel unterbringen. Diese Unterkünfte haben was von Klassenfahrt oder Jugendcamp. Und weil es so erschwinglich ist, laden wir unsere lieben Gäste natürlich komplett darauf ein, inklusive Frühstück! Positiver Nebeneffekt (ohne unfreundlich wirken zu wollen): Sie bleiben nicht allzu lange und den nächsten Urlaub planen sie dann doch anderswo.

Eltern haben natürlich nichts in der Jugendherberge, aber auch nichts im eigenen Zimmer verloren. Es ist komisch, wenn die eigenen Eltern im eigenen Bett schlafen und man selbst im Zimmer nebenan, als wären wir noch Teenager. Mal abgesehen davon, haben die wenigsten Studierenden den Luxus einer Zweiraumwohnung, das heißt ein zusätzlich getrenntes Schlafzimmer. Aber, alle in einem Raum? No go!

Eltern schlafen entweder im Hotel oder Du kennst eine nette Pension, dessen Besitzer*in Du natürlich mit Vornamen kennst (und das ist nicht schwer im Dorf Heidelberg).