Buchtipp,  Leute

Rückblick Frankfurter Buchmesse 2021

Dieses Jahr haben wir besonders gebannt auf die jährlich stattfindende Frankfurter Buchmesse geschaut. Sie fand letzte Woche, vom 20.-24. Oktober 2021 sowohl vor Ort – in begrenztem Kontingent und unter strengen hygienischen Bedingungen – als auch digital statt.

Das Gastland war wiederholt Kanada und es wurden tolle Veranstaltungen trotz Corona realisiert, die zahlreiche Literaturbegegnungen ermöglichten. Das diesjährige Motto lautete “Singular Plurarity”, was so viel heißt wie “einzigartige Vielfalt”.

Wer schon einmal auf der Buchmesse in Frankfurt oder Leipzig war, weiß, welches einzigartige Messeerlebnis und eben auch Vielfalt einen erwartet. Ein Tag reicht meistens nicht aus, um all die interessante Literatur und seine Autor*innen zu entdecken. Das Tolle dieses Mal war, dass die literarische Begegnung auch online prima funktioniert hat. Wir haben uns mal durchgeklickt…

Was ist typisch kanadische Literatur?

Kanadische Literatur? Was genau kann man sich darunter eigentlich vorstellen? Englisch- und französischsprachige Romane? Indigene Geschichten? Naturbeschreibungen, Auswander- und Outdoor-Ratgeber? Vielleicht hat man schon mal etwas von der Literaturwissenschaftlerin Margaret Atwood gehört, eine Schriftstellerin und Dichterin aus Ottawa, vor allem bekannt wurde mit dem Roman “The Handmaid´s Tale”. Und sicherlich wird Alice Munro für Literaturkenner*innen ein Begriff sein, da sie den 2013 den Literaturnobelpreis für ihre 150 Kurzgeschichten (Short Stories) erhielt und damit das ganze Genre veränderte.

Weitere Werke, die man vielleicht schon einmal im Buchhandel gesehen hat sind zum Beispiel “Schiffbruch mit Tiger” von Yann Martel oder “Der englische Patient” von Michael Ondaatje. Hier geht es zu Liste weiterer kanadischer Schriftsteller*innen.

Verliebt haben wir uns sofort in die 360° Kanada Ausgabe des 360° Medien Mettmann Verlags, in den Roman von Naomi Fontaine Die kleine Schule der großen Hoffnung (C. Bertelsmann) und natürlich in den aktuellen Bestseller und Book Prize Gewinner Im letzten Licht des Herbstes von Mary Lawson (Heyne).

Live erleben, neue Bücher entdecken und hitzigen Debatten lauschen

Die Frankfurter Buchmesse ist aber nicht nur dazu da, um auf neue Bücher zu stoßen oder die Autor*innen einmal live zu sehen, sondern auch, um seinen Horizont zu erweitern und sich noch besser zu vernetzen. Es werden hochaktuelle Themen aufgegriffen und inhaltliche Debatten ausgetragen. So wundert es auch nicht, dass Frauen als Schriftstellerinnen einmal mehr zu Wort kamen und auch über Klimawandel, Gender und People of Colour diskutiert wurde.

Heidelbergerinnen auf der Frankfurter Buchmesse

Wir sind natürlich unglaublich stolz darauf, dass darunter auch ein paar Heidelbergerinnen vertreten waren, die den Diskurs mit anstoßen und zu einer bunten und kreativen Wissensvielfalt beitragen.

Zum Beispiel stellte die Heidelbergerin und Sprachexpertin Dr. Netzel – mit der wir im Frühjahr dieses Jahres ein Interview geführt haben – ihren Roman “Die Tigerin Miruma” mit eigenen Illustrationen, im Verlag TRIGA vor. Sie hat dieses Jahr den 1. Platz beim Bubenreuther Literaturwettbewerb mit dem Gedicht “Die Seele der Bäume” belegt. Herzlichen Glückwunsch nochmals an dieser Stelle! Es geht im Gedicht um die indigene Auffassung der Bäume als stehende Leute und um die Bewahrung der Wälder in Zeiten des Klimawandels.

Ebenfalls ein Highlight auf der Frankfurter Buchmesse, war die Lesung und das anschließende Gespräch in der BOOKFEST City mit der Heidelbergerin Florence Brokowski-Shekete. Die erste deutsche schwarze Schulamtsdirektorin und Pädagogin sprach über ihren SPIEGEL-Bestseller “Mist, die versteht mich ja” und verriet, wie sie das letzte Jahr wahrgenommen und was sie noch alles vorhat. Hier gehts zum Interview und hier ein kleiner Ausschnitt von der Lesung auf der Buchmesse:

Vor Kurzem sprachen wir mit Deutschlands bekanntester Literaturvermittlerin Elke Heidenreich. Auch sie war dieses Jahr natürlich auf der Frankfurter Buchmesse vertreten und stellte ihr ganz aktuelles Buch “Hier geht´s lang” (Eisele Verlag) vor. Im WDR Tischgespräch DER TALK erzählte sie, welche Bücher sie seit der Kindheit prägten, warum sie so viel las und Lesen einfach glücklich macht – nicht nur als Findungs- oder Bewältigungsliteratur – Heidenreich war vor allem auf der Suche nach Literatur von Frauen – sondern auch oft einfach nur zur Unterhaltung. In der ARD Mediathek kann man das spannende Interview mit Elke Heidenreich nachträglich anschauen.

Und zu guter Letzt konnten auch wir unser Buch “Die Heidelbergerin” dieses Jahr Ende September veröffentlichen und im BoD Verlag zeigen. Wir haben uns bewusst für dieses moderne Self-Publishing-Verlagskonzept entschieden, um unsere Idee nach eigenen Vorstellungen zu publizieren. Uns interessierte selbstverständlich auch der Nachhaltigkeitsaspekt, da nur so viele Bücher gedruckt und verkauft werden, wie auch tatsächlich bestellt.

Die Heidelbergerin – das ist unsere beste Freundin, die nette Sprachdozentin, unsere Nachbarin und natürlich wir. Darum geht es auch im Buch: Was macht uns aus? Wie leben und lieben wir? Was studieren oder lesen wir? Warum Philosophie? Was machen wir an den Wochenenden, in welchen Stadtteilen suchen wir nach Wohnungen und auf welche Jobs bewerben wir uns mit einem Abschluss in Soziologie? Wenn Du mehr darüber erfahren willst, schau gerne hier vorbei.

In dieser Homestory des Verlags auf der Frankfurter Buchmesse erfährst Du außerdem, warum wir uns für Selfpublishing entschieden haben und was es damit auf sich. hat: