Beruf,  Buchtipp

Frau und Geld. Wie Frauen finanziell unabhängig werden

Tatsächlich drehen sich die Gedanken in diesem Blog viel um das Thema Geld bzw. Gehalt – vor allem im Hinblick auf unser Geschlecht. Tja, wir sind Frauen und im 21. Jahrhundert angekommen. Dennoch fühlen wir uns manchmal wie im Mittelalter. Im dunklen Mittelalter. Dort, wo Frauen einer Rolle zugewiesen wurden, die sie sich nicht aussuchen konnten. Gut, wir müssen uns heute nicht von unseren Männern vertreten lassen (“Muntwalt”). Wir werden hierzulande in der Öffentlichkeit wahr- und ernstgenommen, können wählen gehen, uns eine eigene Wohnung nehmen, Hosen tragen, uns die Haare kurz schneiden, kinderlos bleiben und studieren, was wir wollen. Ein Traum!

Lasst uns unseren Traum zur Wirklichkeit werden

Wir wollen aber nicht nur träumen, sondern auch aktiv etwas dafür tun. Viele können es nämlich nicht! Sie können ihren Lebensentwurf nicht auswählen, gestalten, geschweige denn, von einem besseren Leben träumen. Das ist eine Katastrophe, aber wir können die Welt auch nicht ändern, jedenfalls nicht in dem Umfang, dass sie eine faire und gerechte wird. Wir können höchstens dafür sorgen, zu den Frauen zu gehören, die finanziell unabhängig sind. Und das ist wichtig für eine – von uns so gewünschte – bessere und schließlich gerechtere Welt!

Jemanden fragen, die sich damit auskennt

Damit das gelingt, sollten wir auf Praxiswissen von Profis setzen. Zu diesen Expertinnen zählen unbedingt Frauen wie Helma Sick und Renate Fritz, die ihr Wissen in Seminaren und Finanzratgebern seit vielen Jahren mit uns teilen. Kürzlich erschien der Ratgeber Frau & Geld: Wie Frauen finanziell unabhängig werden im Diana Verlag*. Die Münchnerin, Referentin, Autorin und Brigitte-Kolumnistin Helma Sick zum Beispiel gilt als die Grand Dame der Frauenfinanzen. Seit über 30 Jahren bemüht sie sich unablässig darum, Frauen zur finanziellen Unabhängigkeit zu führen. Die zweite Frau im Boot heißt Renate Fritz. Sie ist Betriebswirtschaftlerin, Sprachwissenschaftlerin (Amerikanistin), ebenfalls Brigitte-Autorin und berät seit über 10 Jahren auf dem Gebiet “Vermögens- und Ruhestandsplanung”. Frau & Geld heißt nicht nur der Buchtitel, sondern das Expertenportal für Finanzdienstleistungen beider Frauen.

*An dieser Stelle, herzlichen Dank an den Verlag für die zur Verfügungstellung des Buches für diese Beitragsreihe.

Was uns wichtig ist:

Was uns wichtig ist: Finanzberatung für Frauen ist unsere Berufung. Wir sind überzeugt, auch und gerade für Frauen ist es unverzichtbar, sich finanziell abzusichern, damit sie eigenständig leben können. Um dieses Ziel zu erreichen, brauchen Frauen eine unabhängige und faire Finanzberatung von hoher Qualität.”

(Sick & Fritz aus Frau-und-geld.com)

Typische Rollenbilder erkennen und ablegen

Noch einmal: wir sollten uns wirklich die Mühe machen und die Zeit nehmen, uns um unsere Finanzen zu kümmern, uns unabhängig zu machen und ein selbstständiges, selbstbestimmtes Leben zu führen. Für manche ist es schwer, typische Rollenbilder abzulegen, geschweige denn, diese als solche überhaupt zu erkennen. Sie schaden uns und sorgen dafür, dass viele Frauen weiterhin klein gehalten werden.

Frauen sind NICHT auf der Welt, um sich aufzuhübschen (der Männerwelt optisch zu gefallen) und sich später um Kind und Haushalt zu kümmern … Sie sollten ihre finanzielle Absicherung nicht über ihren Mann klären oder andere Faktoren, die sie nicht selbst beeinflussen können. Frauen müssen nicht brav, lieb und nett sein. Sie müssen sich nicht ständig erklären, anpassen und am besten unsichtbar bleiben. Was sollen diese Schleifchen, Pünktchen, langen Wimpern und die plötzlich hohe Stimme? Wir sind auch nicht dafür da, in Betrieben den Espresso zu kochen, die Maschine zu putzen oder Kuchen für die gesamte Mannschaft zu backen – wenn es genauso gut unsere männlichen Kollegen tun könnten.

Was ist uns wirklich wichtig?

All die Zeit, die wir Frauen in “Schönheit” investieren, könnten wir viel sinnvoller nutzen, um uns wirklich etwas Gutes zu tun. Natürlich können wir weiterhin unserer Körperpflege frönen, aber lasst uns das doch nicht zur einzigen Aufgabe im Leben machen. Nur Erfolg macht wirklich sexy! Ebenso sollte Nachwuchs nicht unser Hauptlebensziel werden. Kinder sind nicht der alleinige Sinn des Lebens. Sie können gerne ein wichtiger Teil davon werden, genauso wie eine tolle, funktionierende Partnerschaft oder eine steile Karriere, wenn sie uns denn erfüllt, aber wir sollten nicht unsere (vielleicht eigenen, unerfüllten) Wünsche und Träume auf kleine Wesen projizieren, die vielleicht einmal einen ganz anderen Weg einschlagen werden, den wir genauso wenig beeinflussen können, wie das Leben selbst.

“Frauenleben sind vielfältig und bunt. Und ihre Ziele und Wünsche sind es auch.”

(Helma Sick und Renate Fritz)

Um diese Themen geht es

Deshalb nimmt euch mindestens genauso viel Zeit für die Lektüre von Sick & Fritz, wie für den Friseurbesuch – und das bitte mindestens genauso regelmäßig! Ein Blick ins Buch verrät die wichtigsten Themen, denen wir uns unbedingt widmen müssen:

  1. Partnerschaft und Kind
  2. Das Worst Case Szenario
  3. Altersvorsorge
  4. Vermögensplanung
  5. Haushaltsbuch führen
  6. Gut geplant ist halb gewonnen
  7. Alterversorgung in 3-Schichten
  8. Geschenktes Geld
  9. Geldanlage
  10. Realistisches Geld
  11. Lebenssituation und die richtige Strategie
  12. Vorsorge in schweren Zeiten
  13. Erben/ Vererben
  14. Beratung
  15. Honorar, Provision, Gebühren
  16. Partnerschaftsvertrag

Beispiel Thema Finanzen

Die Partnerschaft spielt für die meisten von uns eine wesentliche Rolle im Leben. Diese stellt schließlich auch die Weichen für unsere beruflichen Entscheidungen, spätestens wenn wir zusammenziehen, eine Familie planen und/ oder uns beruflich verändern möchten. Wer zahlt wie viel Miete? Schmeißen wir unsere Gehälter zusammen und führen ein gemeinsames Konto? Wenn das Kind kommt, wer bleibt zuhause? Wer kümmert sich um Haushalt & Co.? Was ist, wenn ein besserer Job in einer anderen Stadt winkt? Ziehe ich weg? Kommt er mit? Lohnt sich das?

Sick & Fritz dazu: “Viele Paare möchten eine gleichberechtigte Beziehung auf Augenhöhe leben. Es ist belegt, dass es mit dem ersten Kind […] zu einer Re-Traditionalisierung kommt, einem Rückfall in alte Rollenbilder. […] Warum lassen sich immer noch so viele Frauen auf so eine Situation ein? […] Wir haben zu oft gesehen, was Frauen alles passieren kann, wenn sie sich auf den Fortbestand einer Ehe verlassen.”

Es reicht nicht zu sagen, die Familie erfülle einen, der Partner sorge sich doch darum oder der Staat sichere einen ab. Sick & Fritz: “Wenn sich die Frauen mehr Gedanken machen würden über ihre Zukunft, über langfristige Folgen ihrer Entscheidungen und ihres Handelns, wäre sicherlich vieles anders.”

Die Scheidungsrate in Deutschland beträgt aktuell 35% (mehr als jede dritte Ehe wird geschieden!).

(Bundeszentrale für Politische Bildung 03/2021)

Natürlich muss man nicht immer heiraten und natürlich zerbricht auch nicht jede Ehe. Aber es ist wichtig, seine Zukunftspläne mit oder ohne Partner, Nachwuchs, Hund und Haus – stets aus eigener Kraft und möglichst immer durch eigene Finanzierung zu bewerkstelligen. Alles andere wäre zu kurz gedacht und nur dem Glücksfall überlassen.

Gut geplant ist halb gewonnen

Das Leben lässt sich nicht 100% vorausplanen! Aber es lassen sich einige Stolpersteine beseitigen, vor allem jene, die uns als notwendig suggeriert werden. Wer sagt zum Beispiel, dass eine Eigentumswohnung (oder gleich ein Hauskauf) eine finanzielle Absicherung fürs Alter sei? Sie kann genauso gut unseren finanziellen Ruin bedeuten. Dazu gibt es natürlich keine Glanzbroschüren, womit man uns ködern kann. Und wer garantiert uns, dass wir überhaupt gesund bleiben und alt werden? Vielleicht wollen wir nicht für immer in diesem Ort bleiben, müssen oder wollen sogar wegziehen?

Wer gibt uns das Versprechen, dass Kinder unser Leben ausfüllen und unsere Partnerschaft erst vervollständigen? Bekanntlich folgen Krisen, viele schlaflose Jahre, Vernachlässigung der eigenen Gesundheit, des Sexuallebens und natürlich finanzielle Einbußen. Aber wer spricht schon offen darüber.

Fazit: Was am Ende wirklich zählt

An dieser Stelle sollen Haus und Kind nicht apriori kritisiert oder ausgeredet werden – man muss sie sich nur auch finanziell leisten können! Das Schöne ist: es gibt noch andere, großartige und attraktive Lebensmodelle, über die wir nachdenken sollten. Schließlich haben wir dieses Privileg und das sollten wir auch nutzen!

Es gibt genug Situationen im Leben, die man nicht planen und voraussehen kann. Wir sollten also nicht zusätzlich dafür sorgen, dass Dinge schnell außer Kontrolle geraten können. Am Ende geht es darum – so Sick & Fritz – sagen zu können, “(m)ir geht es finanziell richtig gut” und das hoffentlich aus eigener Kraft und Überzeugung und schließlich durch selbstständiges, unabhängiges Handeln. Darauf können wir am Ende wirklich stolz sein.

Der finanzielle Ratgeber Frau & Geld: Wie Frauen finanziell unabhängig ist im Diana Verlag erschienen und hier einzusehen. Mehr zu diesem Thema findest auch hier: