Freunde

Liebesleben

Wir sind gar nicht so romantisch, wie man uns Heidelbergerinnen gerne nachsagt. Aber ein bisschen Romantik lassen wir dennoch in Sachen Beziehung zu.

Sind wir also frisch verliebt, schlendern wir gern nach einem Theater- oder Kinobesuch Hand in Hand durch die Altstadt, setzen uns mit einem Glas Wein an den Neckar und beobachten den Sonnenuntergang. Für erste Dates wählen wir den Schlosspark, die Alte Brücke oder ein nettes Café: zum Beispiel essen wir bei Kerzenschein im Ristorante Papi (italienisch), Le Coq (französisch) oder Alte Gundtei (türkisch).

Die Untere aber meiden wir, wenn wir bereits eine Verabredung haben. In die Untere Straße gehen wir höchstens, wenn wir gerade eine Trennung durchmachen und dringend körperliche Nähe suchen! Hier liegen wir schnell in den Armen eines Fremden und manchmal schafft er es auch in unsere Betten.

Aber in der Regel machen wir so etwas nicht! Wir lernen unseren Partner auch nicht in der Schule, im Studium oder betrunken auf eine Party kennen – und schon gar nicht auf irgendeiner Online-Dating-Seite – sondern ganz klassisch über einen Freund, der einen kennt, dessen Bekannten er uns vorstellt. Also auch hier gilt: Netzwerken für die Liebe.

Wenn´s um die Liebe geht, wissen wir genau, was wir wollen: Er ist oft das Gegenteil von uns! Beruflich gesehen ist er Naturwissenschaftler (Arzt, Chemiker oder Biologe), Informatiker, Jurist oder Betriebswirt. Wir lieben aber auch den exotischen Touch. Er darf also gern aus einem ganz anderen Land kommen und mich höchster Wahrscheinlichkeit können wir uns nur auf Englisch miteinander unterhalten (unsere Kinder werden selbstverständlich bilingual erzogen). Das gehört hier zum guten Ton!

Hauptsache aber ist, er sorgt für sich selbst! Wir mögen erfolgreiche und bereits fest im Beruf stehende Männer. Deshalb wählen wir gerne Partner, die ein paar Jahre älter sind als wir. Er versteht sich auch bestens mit unseren Eltern.

Wir führen in der Regel konstante und solide Beziehungen. Das heißt, wir wechseln unseren Partner selten und gehen auch nicht fremd. Nach Studienabschluss wird geheiratet.

Der Partner wiederum findet uns deshalb so interessant und liebenswert, weil wir so belesen, kultiviert und vielfach interessiert sind. Mit uns wird es nie langweilig und er kann sich durchaus mit uns sehen lassen. Für beide Seiten also eine gute Partie.

Ob wir gemeinsame Kinder wollen? In der Regel haben wir irgendwann eins oder zwei. Damit lassen wir uns aber Zeit. Wenn beide allerdings entscheiden, kinderfrei zu bleiben, ist dies in einer Stadt wie Heidelberg kein Thema. Dafür wird umso mehr in Bildung, Immobilien, Gesundheit und Reisen investiert. Der Trend zum Kinderkriegen ist auch hier in den letzten Jahren wieder angestiegen. Das muss an den vorbildlichen, familienfreundlichen Strukturen der Stadt liegen. Denn, wenn man heute Kinder in die Welt setzt, dann doch am liebsten in einer Stadt wie Heidelberg!

Die Ehe funktioniert hier ziemlich gut. Die Scheidungsrate in Heidelberg ist die Niedrigste in der Region. Selten wird man auf alleinerziehende Mütter oder sozialschwache Familien treffen. Und dennoch werden sie hier in der Regel gut unterstützt und dank zahlreicher Hilfsprojekte aufgefangen. Es lohnt sich, Heidelbergerin zu sein.