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Lebenslanges Lernen – hier ein paar Vorschläge

Die Schule, Ausbildung oder das Studium haben wir abgeschlossen. Vielleicht liegt diese Phase schon einige Jahre zurück. Kein Grund, mit dem Lernen aufzuhören. Eigentlich geht es jetzt erst richtig los. Denn, es ist wichtig, auf dem Laufenden zu bleiben, sich neues Wissen anzueignen und sich weiterzubilden. Es geht nicht nur darum, seine beruflichen Chancen zu verbessern oder Karriere zu machen.

Wer sich stets weiterbildet, arbeitet zwangsläufig an seiner persönlichen Entwicklung. Die eigene Kreativität wird bereichert, man eignet sich neue Kompetenzen an, die man vielleicht in irgendeinem anderen Kontext gut gebrauchen kann. Man überrascht sich selbst und andere!

Außerdem schult lebenslanges Lernen den Verstand. Dies wirkt sich positiv auf zwischenmenschliche Beziehungen aus. Man wird nicht nur anpassungsfähiger, sondern lernt zudem kritisches Denken. Reflexion ist enorm wichtig, um die Gegebenheiten des Lebens in seiner Komplexität besser zu verstehen, gelassener zu sein, nicht alles zu glauben und mit schwierigen Situationen eloquent umzugehen. Dabei baut man sein eigenes Interesse immer weiter aus. Das Leben gewinnt an Tiefe und Substanz – außerdem bleibt das Köpfchen fit, bis ins hohe Alter!

Lange Rede, kurzer Sinn: zwar hat man die Institution Schule, Hochschule oder Ausbildungsstätte bereits hinter sich gelassen, doch kann man sich jederzeit nebenher und meistens auch online weiterbilden.

Halten wir DREI Kategorien fest, in denen wir unser Wissen vertiefen sollten:

  1. Sprachen (insbesondere Englisch ist gefragt. Englisch hat sich nun mal als Weltsprache durchgesetzt. Mit Englisch können wir uns fast auf und mit der ganzen Welt unterhalten)
  2. Computer, IT (je nach Schwerpunkt und Arbeitsstelle werden hier v.a. Microsoft Office bzw. macOS, Datenbanken, Virtualisierungen oder Modern Workplace-Themen relevant sein)
  3. Gesundheit (das wird v.a. dann wichtig, wenn man einen eher bewegungsarmen und stressigen Job hat, sich die ersten Beschwerden wie Gewichtszunahme, Rückenschmerzen, Augenleiden, Ernährungsprobleme, Schlafstörungen etc. zeigen)

Im Folgenden schlagen wir Dir ein paar Anbieter*innen und Institutionen vor (nicht nur online), die Du neben dem Beruf besuchen kannst. Die örtlichen Vorschläge beziehen sich auf die Region Heidelberg. Online sind sie natürlich überall und jederzeit zugänglich. Haben wir eine gute Adresse vergessen oder übersehen? Hast Du mehr Tipps für uns? Dann lass es uns wissen. Auch wir lernen täglich etwas dazu 😛

Sprachen

Sprachen lassen sich nicht nur an der Volkshochschule erlernen oder auffrischen, sondern vor Ort auch am DAI (Deutsch-Akademisches Institut Heidelberg). Insbesondere Englisch (AE und BE) und Deutsch, aber auch Spanisch werden hier in Kursen oder im Einzelunterricht am DAI angeboten. Insbesondere letzterer Punkt ist interessant: Einzelunterricht ist zwar teurer, als ein Kurs in der Gruppe, so ist dieser doch sehr viel intensiver und ganz individuell auf die einzelne Person und ihre Wünsche (und Defizite) gerichtet. Wer also gezielt etwas Bestimmtes in kurzer Zeit lernen möchte, holt sich Einzelnachhilfe.

Die Volkshochschule Heidelberg hat natürlich den Vorteil, neben den Hauptsprachen wie Englisch, Spanisch und Französisch ganz viele andere Sprachen anzubieten. So lassen sich hier auch Arabisch, Chinesisch, ja sogar Dänisch, Koreanisch, Persisch und viele andere Sprachen lernen. Die Kurse an der VHS sind in der Regel etwas langsamer zugange, was aber nicht schlimm ist. So hat man weniger Stress und kann die Sprache ganz in Ruhe nebenbei lernen. In einem Kurs vor Ort lernt man außerdem oft nette Teilnehmer*innen und Gleichgesinnte kennen, mit denen man vielleicht auch außerhalb der Veranstaltung das Sprach- und Kulturinteresse gemeinsam weiterverfolgen kann. Auch online ist die VHS inzwischen gut aufgestellt.

Am Zentralen Sprachlabor der Universität Heidelberg (ZSL) lassen sich Sprachen auf hohem Niveau, in einem sehr guten Tempo erlernen. Das ZSL ist eine Institution der Universität Heidelberg, mit 16 verschiedenen Sprachangeboten, meistens von gut ausgebildeten Muttersprachler*innen. Diese Sprachkurse lassen sich auch von Nicht-Studierenden besuchen, jedoch nur mit einem sogenannten Gasthörer-Status (hier gibt es mehr Infos dazu). Der Aufwand lohnt sich aber: die Abschlusstests am Ende jedes Kurses bestätigen das erlernte Niveau und das Zertifikat ist international anerkannt. Schließlich bereiten sich hier Studierende aller Fächer auf die internationale Arbeitswelt vor.

Wer Chinesisch lernen will, sollte das Konfuzius Institut der Uni Heidelberg in Erwägung ziehen. Es fördert und vermittelt nicht nur die Sprache, sondern auch die chinesische Kultur. Das Konfuzius Institut in Heidelberg ist eine Kooperation zwischen der Uni und dem Office of Chinese Language Council International (Hanban). Auch online lassen sich die Kurse inzwischen abrufen.

Kommen wir zum Onlineangebot. Zum beliebtesten Online-Sprachkurs zählt aktuell busuu.com. Der Kurs ist verhältnismäßig günstig (um die 7 Euro pro Monat) und er basiert auf einer Interaktion zwischen den Lernenden. Man schickt seine Übungsaufgaben unter anderem an andere Lernende (Muttersprachler*innen), die evtl. gerade Deine Sprache lernen. So erhältst Du auch Einsendeaufgaben von anderen, die Du wiederum korrigieren darfst. Auf diese Weise hilft man sich gegenseitig und lernt nebenbei andere Menschen kennen. Eine win-win-Situation, wie der Engländer sagen würde. Insgesamt sind über 100 Mio. Menschen Mitglied in diesem Portal. Busuu.com bietet eine Reihe von Sprachen an. Darunter Englisch, Spanisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Portugiesisch, Chinesisch, aber auch Russisch, Türkisch, Japanisch und Arabisch. Ist man für eine Sprache eingetragen, kann man in der Regel auch in andere “reinschnuppern”.

Eine andere, ähnlich beliebte Sprach-Website ist babbel.com. Man kann hier zwischen 14 Sprachen wählen. Die Seite ist ebenfalls kostenpflichtig, aber überschaubar und günstig. Die Seite wurde von Sprachwissenschaftler*innen und Muttersprachler*innen erstellt und die Kurse orientieren sich an dem Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (A1-C2), was gut ist, wenn man die Scheine, die man beim Bestehen einer Kursprüfung erhält, in seine Bewerbungsmappe reinlegen möchte.

Computer, IT

Kommen wir nun zu den Computer- bzw. IT-Kenntnissen. Diese sind heutzutage unerlässlich, auch wenn man aus einem eher handwerklichen, künstlerischen, pädagogischen, sozialen Bereich oder dem Gesundheitswesen kommt. Ohne Computerkenntnisse geht heute nichts mehr! Heute sitzt jeder (beruflich) vor dem Monitor.

Was aber heißt genau PC, IT oder EDV und was genau sollte jede*r grundlegend beherrschen?

EDV steht für Elektronische Datenverarbeitung. Darunter versteht man jegliche elektronische Erfassung, Bearbeitung, Transport, die Aus- und Wiedergabe von Daten, kurz: der Umgang mit Computern, Hard- und Software. Auch mobile Geräte, wie Smartphone oder das Notebook sind EDV-Technik. Größere Betriebe haben eine ganze EDV-Abteilung. Kleinere sollten zumindest folgende Kenntnisse haben:

Egal, ob Organisation, Kommunikation oder Verwaltung, an Textverarbeitung (z.b. mit dem MS Office Programm Word oder den kostenfreien Alternativen LibreOffice, OpenOffice oder Google Docs) kommt man nicht drumherum.

Nicht jeder hält Vorträge oder Referate in seinem Job, und dennoch sind Kenntnisse in einer der gängigen Präsentationsprogramme ebenfalls wichtig. Es reicht schon, wenn die neuesten Ergebnisse aus der eigenen Abteilung im nächsten Meeting gut vorgestellt werden sollen. Kenntnisse in PowerPoint bzw. Keynote oder alternativ in Google Sides, Canva oder Prezi machen die Vorstellung professionell. Selbst Bewerbungen oder gar Vorstellungsgespräche werden ab und an in Form einer digitalen Präsentation abgehalten.

Und wer hat nicht schon einmal mit einer Kalkulationssoftware wie Excel, Apple Numbers, Google Sheets, LibreOffice/ Calc oder Gnumeric gearbeitet? Du musst kein*e Matheprofi, Betriebswirt*in oder Rechnungsprüfer*in sein, um Tabellenkalkulationen zu kennen. Überall, wo Du mit Zahlen, Daten, ja sogar Texten (als Menge) zu tun hast, wo Du etwas aufstellen (Übersichten, Aufgaben), verwalten (Datendokumentation) oder berechnen musst, sind Kenntnisse dieser Software sehr hilfreich.

Vielleicht hast Du nicht nur mit Texten und Zahlen zu tun, sondern auch mit Bildern. In Zeiten von “eigener Homepage” und “Social Media” ist dieses Know-how unabdingbar. Bildbearbeitung ist das Stichwort. Bilder lassen sich klassisch mit Adobe Photoshop oder InDesign bearbeiten, oder mit CorelDraw bzw. MAGIX Photo. Kostenfreie Alternativen sind etwa GIMP, Paint.net oder Photoshop Express. Wer es wirklich einfach und schnell haben will, probiert´s Mal mit canva, einer Grafikdesign-Plattform mit schnellen Bearbeitungsfunktionen und einem einfachen Interface.

Und wo wir schon bei Social Media bzw. einer eigenen Homepage sind, ein gutes Content Management System (CMS) ist WordPress. Hierbei handelt es sich um eine einfache, gut zu bedienende und freie Open-Source-Software. Daher eignet sie sich unserer Meinung nach am besten für die Erstellung einer Homepage. Weitere nennenswerte sind Joomla und TYPO3.

Du arbeitest außerdem berufsbedingt mit Social Media (Facebook, Instagram, Youtube, XING, LinkedIn, Twitter etc.) und benötigst ein wenig Online Marketing Know-how? Lass Dich professionell in der Google Zukunftswerkstatt ausbilden und zertifizieren. Hier lernst Du auch alles Wichtige über Suchmaschinenoptimierung (SEO/ SEA), Storytelling, Social Networking und Brand Marketing.

Zu guter Letzt wird immer wieder nach Kenntnissen in Access gefragt. Access ist eines der bekanntesten und gängigsten Datenbanksysteme von Microsoft. Access bedeutet übersetzt “Zugang” und das ist auch damit gemeint: hier lassen sich alle Daten, die etwa mit Excel, Word oder PowerPoint erstellt wurden, verwalten. Dies ist vor allem bei einem großen Datenvolumen sinnvoll, da die Daten in Tabellen organisiert werden und damit besser überschaubar sind. Inzwischen sind Alternativen auf dem Markt, so etwa das kostenfreie LibreOffice bzw. OpenOffice, Kexi, Glom, MySQL oder die kostenpflichtige Pro-Version von Filemaker.

Das hört sich jetzt alles vielleicht nach viel Arbeit an, aber im Grunde lässt sich alles in einem Office-Paket aneignen. Und es ist doch recht überschaubar: Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentationsprogramme, Datenbankmanagement, Bildbearbeitung, Online Marketing und ggf. Content Management. Hier kannst Du Dir das fehlende Wissen aneignen:

Die Basics lernst Du zum Beispiel bei udemy.com und offizielle Weiterbildungskurse und anerkannte Lehrgänge bei der ihk (Industrie und Handelskammer) vor Ort und online. Das Tolle an udemy ist, dass die Kurse relativ günstig sind (es gibt immer wieder Angebote) und sie sich gut als Schnupperkurs eignen. Die Plattform kommt aus den USA und wurde vor etwa 10 Jahren gegründet. Inzwischen werden hier Kurse in mehr als 65 Sprachen angeboten. Man kann wählen zwischen Programmierung, Business, Rechnungswesen, IT & Software, Office-Produkten, Design, Marketing, aber auch Lifestyle, Persönlichkeitsentwicklung, Fotografie, Gesundheit, Musik, Wissenschaft und Lehre. nach dem Durchpauken erhält man sogar einen Teilnahmeschein, der belegt, wie viele Stunden Du Dich mit der Materie beschäftigt hast. Wer weiß, vielleicht lässt er sich irgendwo mit anführen, definitiv steuerlich absetzen und mit Sicherheit den Arbeitgeber mit Deinem Engagement beeindrucken 🙂

Die Deutschland führenden Fernschulen ILS, und SGD sind ebenfalls eine gute Anlaufstelle für Weiterbildungs- und Vertiefungskurse. Hier kann man wählen zwischen Informatik-basierten Kursen, Netzwerkadministration & Sicherheit, IT-Management, Medien, Datenbankentwicklungen, Programmierung, Webdesign usw. Einfach online gehen, sich die interessanten Rubriken raussuchen und ein kostenloses Probeheft zuschicken lassen. Einen guten Überblick erhält man auch im übergreifenden Magazin, dass der Fernschulen in der Regel auch gern zur Verfügung stellen.

Wie bereits oben erwähnt, empfehlen wir noch die Google Zukunftswerkstatt. Sie beinhaltet Online-Schulungen rund um Google und seine Vorteile. Denn, was viele vielleicht nicht wissen, Google ist mehr als nur eine Suchmaschine. Google bietet Dienste wie Email, Übersetzung, Scholar, Maps und Cloud Computing an. Zu Google gehört Youtube, das Adroid-System und Chromebook. Google wird von 90% aller Menschen im Netz genutzt. Daher ist Google im Bereich Online Marketing nicht zu ignorieren: wer möglichst weit oben in der Google Recherche auftauchen will, sollte sich mit SEO, SEA, Content Marketing, AdWords usw. beschäftigen.

Zusätzlich möchten wir Dir die Nachschlagewerke des Rheinwerk Verlags empfehlen (die Bücher gibt es sowohl in Printversion als auch digital). Sie geben unserer Meinung nach die besten und aktuellsten Übersichten zu den wichtigsten Themen in unserer elektronischen und digitalen Berufswelt. Sei es zum Thema Computer & Office, Web & Online Marketing oder Programmierung oder IT-Administration. Selbst zu SAP oder Fotografie wird man hier fündig.

Gesundheit

Ein nicht zu vernachlässigender Faktor ist Deine Gesundheit. Es geht hierbei nicht um betriebliche Gesundheitsförderung, um ergonomisches Mobilar, einen Obstkorb im Foyer oder Firmensport. Es geht um Dich. Auch Gesundheit will gelernt sein – und diese beginnt schon morgens bei der Wahl Deines Frühstücks. Wie viel Kaffee trinkst Du vormittags, wie aktiv sieht Dein Weg zur Arbeit aus? Wie oft schaust Du ins Handy, gehst Du in der Mittagspause raus in die Sonne, greifst Du zum Salat und lässt die Cola stehen? Wie häufig machst Du Monitor-Pausen, nimmst die Treppe und schlüpfst nach Feierabend in Deine Laufschuhe? Wie viel Liter Wasser trinkst Du, auf wie viel Stunden Schlaf kommst Du und wie oft siehst Du Deine Liebsten unter der Woche?

Man könnte meinen, das Thema “Gesundheit” ist überbewertet. Sie ist eine richtige Wissenschaft geworden. Es entsteht schnell der Eindruck, sie werde in unserer modernen Gesellschaft überbewertet, zur Ersatzreligion transformiert. Ja, es gibt tatsächlich den ein oder anderen Mitmenschen, der etwas übertreibt und einem ständig von “Supps” und “Abs” erzählt.

Aber wir müssen auch zugeben, dass sich unsere Jobs und auch Essgewohnheiten nun mal verändert haben. Wir sitzen den ganzen Tag vor dem Bildschirm und essen verpackte, viel zu süße, salzige und fettige Snacks, die uns nicht guttun!

Wir sind eine Gesellschaft mit den meisten Zivilisationskrankheiten (mit stetiger Zunahme), dazu zählen Übergewicht, Diabetes, Herz-Kreislauf-Probleme, Rückenbeschwerden, Gelenkprobleme, Arthrose, Karies, Depression, Fettleber, Hauterkrankungen, Schlafstörungen usw. Da sie alle irgendwie zusammenhängen, spricht man oft von einem Metabolischen Syndrom (wir merken schon, dies ist ein Extrathema wert).

Deshalb gehören Sport, richtige Ernährung und Fitness zur dritten Kategorie, in der wir uns ständig weiterbilden, bzw. aktiv dranbleiben und verbessern sollten. Gesundheit kann man “verlernen”, wie wir manchmal am eigenen Leib feststellen müssen! Deshalb sollten wir neben der Sprache und den IT-Kursen auch immer mindestens eine Sache für den Körper tun, die uns gesund und fit hält. Wie wäre es mit einem Besuch …

Du siehst, es gibt zahlreiche Angebote, um in Bewegung zu bleiben und an Deiner Gesundheit zu arbeiten (inklusive gesünder ernähren, mehr erholen, weniger Stress). Warte nicht, bis es “weh tut” und lass es Dir in erster Linie immer gut gehen!

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