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Interview mit DJane E*Star

Schrill, bunt, lebendig. So oder so ähnlich begegnet man der Heidelbergerin DJane E*Star auf den Social-Media-Kanälen. Eines fällt sofort auf: Sie strahlt so viel Positives aus, sie bringt buchstäblich den Sonnenschein auf unsere Bildflächen.

Aber Esther, so der gebürtige Name, sorgt nicht nur visuell für gute Laune, sondern vor allem für gute Musik. Von Berufs Wegen ist sie nämlich DJane (Discjockey), und das ziemlich erfolgreich! Esther mischte allerdings nicht immer schon neue Sounds am Mixpult, lange Zeit hat sie als Zahntechnikerin gearbeitet.

Wir konnten persönlich mit einer der wenigen DJane in unserem Land sprechen und freuen uns sehr, dass die internationale DJane E*Star ausgerechnet in Heidelberg ihre Base hat. Erfahre mehr im folgenden Interview:

Hallo Esther, wahrscheinlich die häufigste Frage, die man Dir stellt: Wie bist Du DJane geworden? Wie kommt man dazu und was war der ausschlaggebende Grund für diese Karrieren gewesen?

Esther: Schon als Teenager habe ich mich sehr für Musik interessiert und mich intensiv mit ihr auseinandergesetzt. In der Tangente* (mein Wohnzimmer zu dieser Zeit) legte ein DJ auf, der meinem Geschmack musikalisch entsprach. Auch die Tätigkeit als DJ fand ich höchst interessant: die Menschen mit Musik zum Feiern, Tanzen und Glücklichsein zu bringen.

Ich habe ihm immer wieder über die Schulter geschaut. Irgendwann hieß es, man suche einen DJ für Montagabend, das war meine Gelegenheit! Theoretisch wusste ich schon, was mich hinter dem Pult erwartet.
Der besagte DJ zeigte mir, wie´s funktioniert. Wir legten ein paar Mal zusammen auf, der Rest war learning-by-doing 🙂

*Tangente = Für alle, die den Tanz- und Nachtclub nicht mehr mitbekommen haben. Die Tangente gibt es schon seit 1963. Der Club befindet sich unmittelbar neben dem Alten Gefängnis in der Kettengasse (in der Heidelberger Altstadt) und will wieder öffnen oder hat in der Zwischenzeit die Rollladen tatsächlich ein paar Mal wieder hochgezogen. 2021 soll es wieder so weit sein. Wir drücken dem kleinen Tanzclub – in gemütlicher Wohnzimmergröße – die Daumen, dass hier bald wieder Musik spielt. Und wer weiß, welcher DJ oder welche DJane hier noch entdeckt wird!

Wie alt warst Du denn zu diesem Zeitpunkt?

Esther: Ich war um die 19 oder 20. Ich hatte gerade meine Lehre zur Zahntechnikerin abgeschlossen, arbeitete in Vollzeit und Montagabend war ich dann DJane. Damals gab es den Begriff DJane noch gar nicht :-). Er kam irgendwann in den 90ern auf.
Im Laufe der Zeit wurde ich auch für Veranstaltungen gebucht. Die typischen Arbeitszeiten sind Freitag- und Samstagabend. Ich bin sehr lange zweigleisig gefahren. Tagsüber Zahntechnik, am Wochenende DJane.

Wie kann man sich denn Dein Equipment vorstellen? Muss man sich in der Branche weiterbilden, Schulungen besuchen oder gar ausbilden lassen?

Esther: In Deutschland gibt es keine offizielle Ausbildung zum Discjockey. Aber es hat sich viel in der Branche getan. Es gibt inzwischen einige Anbieter, Kurse, Akademien, in denen man sich zum DJ ausbilden lassen kann. Ich selbst lehre als Dozentin und vermittle das nötige Know-how an Neulinge. Doch die meisten DJs und ebenso ich, haben es uns selbst beigebracht.

Früher arbeitete ich mit Schallplatten, dann wechselte ich zu CDs und bin heute komplett digital unterwegs. Wenn ich also irgendwo gebucht werde, habe ich meistens meinen Laptop und Controller im Gepäck. Die Technik wird in der Regel von Dritten gestellt. Auf kleineren Veranstaltungen allerdings, bei etwa 70 bis 200 Gästen mache ich auch schon mal Licht und Ton selbst. Auch das gehört zu meiner Serviceleistung.

Du spielst also nicht mehr regelmäßig in irgendeinem lokalen Club, sondern lebst von Aufträgen? Bist Du auch international unterwegs?

Esther: Ja, international lege für Robinson Clubs auf. Ich spiele oft auf einmaligen größeren Veranstaltungen. Zum Beispiel letztes Jahr auf der weltgrößten Immobilienmesse in Cannes oder man bucht mich für große Fitness Events in der Schweiz und andere diverse Anlässe, auf denen getanzt werden soll und gute Musik gebraucht wird. Ebenso gehören Privatveranstaltungen wie Hochzeiten oder Geburtstagsfeiern dazu.
In Deutschland buchen mich häufig Veranstalter, Betreiber diverser Locations oder Agenturen.

Du arbeitest, wenn andere „schlafen“. So oder so ähnlich stellt man sich die Tätigkeit als Discjockey vor. Wie kannst Du das mit Deinen sozialen Kontakten vereinbaren? Gibt es hier manchmal Probleme? Musst Du Dich zusätzlich fit halten?

Esther: Nein, gar nicht. Ich muss dazu sagen: ich liebe meinen Job! Ich liebe das, was ich tue. Meine Musik steht an erster Stelle. Sie hält mich zudem fit und ich komme mit unglaublich vielen interessanten Menschen zusammen. Deshalb leidet mein Sozialleben auch nicht darunter. Und es findet sich immer ein Weg (und ein anderer Zeitpunkt), sich mit den wirklich eng stehenden Freunden zu treffen.

„Für andere spielen“, wie genau machst Du das? Entscheidest Du selbst über die Sounds und Musikrichtung? Und woher weißt Du, was die Menschen hören wollen? Was machst Du eigentlich, „wenn keiner tanzt“?

Esther: Das ist das Interessante an meinem Job, es ist immer wieder aufs Neue die Herausforderung, zu einer tollen Party beizutragen. Je mehr Erfahrung man hat, desto einfacher ist es, sein Publikum zu lesen und die Tanzfläche beben zu lassen.
Manchmal – je nach Anlass des Events – ist mein Hauptauftrag zunächst tatsächlich nur, für musikalische Untermalung und angenehme Atmosphäre zu sorgen, weil Kommunikation im Vordergrund steht, was auf internationalen Firmenveranstaltungen gerne mal der Fall ist. Ich schaue mir das Publikum immer genau an. Nach jedem Titel beobachte ich, wie sie reagieren, worauf sie anspringen. Bald wippt das Bein, nickt der Kopf und die Tanzfläche füllt sich.

Ich mache ja vor allem „tanzbare“ Mix Music. Deshalb passt das, was ich auflege oft auch zu den Wünschen der Gäste. Und wenn der Sound gefällt, empfiehlt man mich weiter.

Esther, Du bist in Heidelberg geboren, bist hier aufgewachsen und hast hier Deine Base. Würdest Du auch in eine andere Stadt ziehen, wenn es zum Beispiel der Beruf erfordert?

Esther: Man weiß nie, was die Zukunft bringt. Klar, warum nicht, wenn einem plötzlich die große Liebe über den Weg läuft (lacht). Nein, aber aktuell zieht mich hier nichts weg. Ich liebe Heidelberg. Ich schätze vor allem die Größe der Stadt. Alles ist super schnell erreichbar. Man kennt sich und trotzdem ist Heidelberg kein Dorf. Wir haben hier ein echt tolles kulturelles Angebot und viel Natur Drumherum. Nein, ich bin gerne Heidelbergerin. 

Liebe Esther, vielen Dank für die interessanten Einblicke in Deine einzigartige Arbeit! Wir freuen uns, Dich auf diesem Weg kennengelernt zu haben!

Dich interessiert das, was Esther alias DJane E*Star beruflich macht? Dann besuche ihre Website oder Instagram.