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Interview mit der Texterin und PR-Spezialistin Cosima

Wow, in Heidelberg leben und arbeiten ganz tolle, interessante und vielseitige Persönlichkeiten. Wir treffen immer wieder auf starke Frauen, die inspirieren, motivieren und auf neue Ideen bringen.

So auch Cosima. Sie ist Texterin, Lektorin, PR-Spezialistin, Content Managerin, Mutter und sie lebt in Heidelberg.

Wir durften sie näher kennenlernen und haben Folgendes im Interview mit ihr erfahren:

Liebe Cosima, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview genommen hast. Wo fangen wir am besten an? Was hast Du studiert? Und wo?

Cosima: Ich habe Literaturwissenschaften studiert, genauer Romanistik und Slavistik in Heidelberg, Potsdam und Grenoble. Damit kann ich nun viele Fremdsprachen und habe das, was man interkulturelle Kompetenz nennt.


Wow, dazu zählen die Sprachen Französisch, Englisch, Russisch, Tschechisch. Das ist schon sehr beeindruckend. Und was machst Du beruflich?

Cosima: Ich habe direkt nach dem Studium angefangen, zunächst bei einer Veranstaltungsagentur und als freie Journalistin zu arbeiten. Beides war finanziell eine Notlösung, aber ein Sprungbrett für weitere berufliche Schritte.

Berufliche Schritte… wohin genau?

Cosima: Ich biete PR, Pressearbeit, Content-Erstellung und redaktionelle Mitarbeit an. Dabei bin ich freiberuflich tätig. Zum Beispiel begleite ich einen Web-Relaunch, schreibe regelmäßige redaktionelle Beiträge, Pressemeldungen, Redebeiträge, Präsentationen oder ich suche nach einer internen Kommunikationslösung. Meist biete ich meine Dienstleistungen zusammen mit einer Agentur an. Da arbeite ich mit Grafikern und Programmierern Hand in Hand.


Kannst Du denn auch davon leben? Wie finanzierst Du Dich?

Cosima: Wäre ich alleine, könnte ich mich gut finanzieren, wobei ich genügsam bin und es immer solche und solche Monate gibt. Mein Stundenpreis ist stabil, was aber auch bedeutet, dass ich schlecht bezahlte Aufträge nicht annehme. Laufend Rücklagen zu bilden ist in meiner Branche wichtig. Wir leben allerdings zu fünft. Mein Mann und ich arbeiten beide fürs Familieneinkommen, außerdem haben wir Mieteinnahmen. Da muss ich mir die Frage, ob mein Job zum Leben reicht, glücklicherweise nicht auf eine existenzielle Weise stellen.


Klingt nach mehr als einem Fulltime-Job! Kannst Du Deine Erfahrungen aus dem Studium in Deinen aktuellen Beruf einfließen lassen, wenn ja, wie genau?

Cosima: Neue Erkenntnisse aus Recherche und Schreiben gewinnen ist das eine. Erkenntnisse konkret anzuwenden und durch Anwendung zu perfektionieren, habe ich erst nach und nach gelernt. Die Studentenzeitung ruprecht war eine gute Schule. Einerseits was das Recherchieren und Schreiben dort dem Studium sehr ähnlich, andererseits musste man hier mit Grafik- und Content-Management-Programmen umgehen und Entscheidungen für ein Produkt bzw. Projekt und für einen ganzen Verein treffen können.

Ein paar Jahre später habe ich in einem weiteren Verein die Pressearbeit und die Veranstaltungskonzeption geschmissen und eine Zeitlang den ersten Heidelberger Coworking-Space Jelly im Action House geleitet. Auch das war eine gute Schule für die Selbstständigkeit.


Das, was Du bis heute geschafft hast, davon träumen viele Geisteswissenschaftler*innen. Was rätst Du Studierenden, die sich nach Studienende selbstständig machen wollen?

Cosima: Sucht euch Vorbilder, also Menschen aus eurer Branche, die das, was ihr tun wollt, schon seit Jahren machen. Habt keine Angst vor älteren und erfahrenen Mitstreitern, die wollen euch eure Ideen keinesfalls klauen, sondern helfen euch in der Regel gerne dabei, Steine aus dem Weg zu schaffen! Eure Idee ist vielleicht neu und einzigartig, aber viele Wege wurden schon einmal beschritten.

Fragen zur Preisgestaltung, Rechnungsstellung, Werbungskostenabrechnung etc. kann euch jeder erklären, der schon eine Weile im Business ist. Besucht Netzwerktreffen, Vorträge, Sprechstunden oder Vereine und Seminare, in denen es um Businessgründung geht.

Zwei Tipps: Erstellt keinen unverrückbaren Businessplan, denn meistens kommt alles anders. Und: Die meisten Selbstständigen müssen gar kein Gewerbe anmelden, informiert euch darüber, bevor ihr zum Gewerbeamt geht.

Das sind sehr gute Tipps! Liebe Cosima, eine letzte Frage: Würdest Du heute etwas anders machen, wenn ja, was genau? 

Cosima: In Bezug auf das Business nicht. Ich hätte aber vor Geburt des ersten Kindes gerne gewusst, wie stark einen eine Familie finanziell und emotional herausfordert und gewissermaßen über Nacht in die Verantwortung treibt. Und ich wäre mir gerne mehr darüber im Klaren gewesen, welche konkreten Aufgaben auf mich und meinen Mann als Eltern warten und wie man die genderunspezifisch und gerecht untereinander aufteilen kann. Andererseits: Es ist nie zu spät, sich darüber Gedanken zu machen!

Wahre Worte! Vielen Dank für Deine Offenheit und das schöne Interviews für Die Heidelbergerin!

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