Beruf,  Buchtipp,  Leute,  Wissen

Denke nach und werde reich

Kennst Du Napoleon Hill? Der Amerikaner (um 1900) schrieb einmal das Buch „Think und Grow rich“ (zu Deutsch: „Denke nach und werde reich“), dass sich angeblich weit über mehr als 70 Millionen Mal verkauft hat.

Hill selbst kam aus ärmlichen Verhältnissen. Die Mutter starb früh, der Vater heiratete neu und der junge Hill heuerte bei einer Lokalzeitung an, um sich als Zeitungsreporter über Wasser zu halten und für sein Jurastudium zu sparen. Bereits mit 25 Jahren bekam er größere journalistische Aufträge. Er sollte unter anderem interessante Persönlichkeiten Amerikas portraitieren. Darunter befand sich Andrew Carnegie – der damals wohlhabendste Mensch der Welt. Dieser wiederum beauftragte ihn mit der Aufgabe, die 500 reichsten Menschen ausfindig zu machen und herauszufinden, wie sie zu ihrem Wohlstand gekommen sind. Gesagt, getan. Hill trug seine Erkenntnisse in der Schrift „The Law of Success“ zusammen und entdeckte eine Art Formel, die er in 13 Lektionen zusammenfasste. Daraufhin veröffentlichte er „Think und Grow Rich“ (erstmals 1939). Das Buch wurde zum Weltbestseller und Napoleon Hill über Nacht berühmt.

Neu gedacht für Frauen

Nun machte sich die amerikanische Business Mentorin, Wirtschaftsprüferin, Speakerin und Managerin Sharon Lechter an eine Neuinterpretation mit der Ausrichtung auf das weibliche Geschlecht. Sie stellt insgesamt 13 Schritte heraus und zeigt in ihrem neuen Buch Best-Practice-Beispiele von über 300 erfolgreichen Frauen: von J. K. Rowling, über Oprah Winfrey bis hin zu Angela Merkel. Das Buch wurde für dieses Thema vom Ariston Verlag zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank dafür.

Das könnte Dich auch interessieren:

Die Originalausgabe ist 2014 unter dem Titel „Think and Grow Rich for Women“ erschienen und wurde fünf Jahre später ins Deutsche übersetzt, 2019 im Ariston Verlag herausgegeben.

Die Karrierebibel unter den Amis?

Es gibt wahrscheinlich niemanden aus der Mittel- und Oberschicht in Amerika, der Napoleon Hill nicht gelesen hat. Es muss so etwas wie die Karrierebibel unter den Amis sein! Das Vorwort kommt von der italienisch-US-amerikanischen Autorin Adriana Trigiani. Sie gibt zu, „(w)ährend meiner Jugend im Südwesten von Virginia wurde ich dazu ermuntert, Napoleon Hill zu lesen, der bei uns in der Gegend aufgewachsen war uns seine Sache gut machte.“

Frau mit Durchblick

Was aber genau macht der Mann so gut? Er wollte, so Trigiani weiter „dass jeder Erfolg hat, und ermutigte uns zu glauben, dass es auf dem Weg dorthin kein unüberwindbares Hindernis gibt.“ Und Lechter verkörpere seine Philosophie durch und durch. Männer und Frauen haben jedoch unterschiedliche Herangehensweisen. Es bedarf also eines prüfenden Blickes auf die jeweils unterschiedlichen Prioritäten. Während Männer einer scheinbar linearen Karriere nachgehen, setzen Frauen den Fokus zusätzlich auf Themen wie „Erziehung“, „Familie“ und „Partnerschaft“. Sie können ihr im Weg stehen, den Weg nach oben „hinauszögern“ oder anders prägen. Sie können aber auch wunderbar integriert werden, wie Lechter in Gesprächen mit über 300 erfolgreichen Frauen – gleichzeitig Mütter, Ehefrauen (von erfolgreichen Männern), Partnerinnen, Freundinnen usw. – herausfinden wird.

Es sind eben manchmal andere Ansprüche, Wünsche und Bedürfnisse, die in den Vordergrund rücken. Es sind aber vor allem spannende Herausforderungen, die unterstreichen, wie besonders der Karriereweg einer Frau aussehen kann.

Das könnte Dich auch interessieren:

Die Regeln des Erfolgs sind für jeden dieselben

Wer dies für sich selbst noch nicht ganz herausgefunden hat, wird vielleicht in den hier vorgestellten 13 Schritten fündig. Warum das Rad neu erfinden?! Abkupfern von den Besten! Schauen, wie es andere erfolgreich machen und lernen, wie es richtig geht! „Dieses Buch feiert diese Frauen und jede Frau, die trotz der Hindernisse auf ihrem Wege erfolgreich war – Frauen, die Geschichte geschrieben, große geschäftliche Erfolge erzielt und anderen fantatischen Chancen eröffnet haben.“

Niemand hat gesagt, dass es leicht werden würde, gibt Lechter zu. Und sie gehört auch zu jenen Frauen, die hart dafür gekämpft haben. Die Arbeitswelt ist vielleicht noch nicht gerecht. Männer verdienen immer noch mehr auf derselben Position, haben die höheren Stellen, überlassen die Haus- und Kinderarbeit noch immer zu oft den Frauen.

Aber anstatt sich darüber zu beklagen, wie schwer dies alles sei oder zu stöhnen, wie ungerecht es im Berufsleben zugehe, gilt es, sich auf das Weiterkommen zu fokussieren, einen eigenen Plan folgen, andere Wege suchen, aufstehen, weitermachen!

But first: Du bist, was du denkst

Zum Erfolg zählt unter anderem das richtige und vor allem positive Mindsetting. Darunter versteht man die eigene persönliche Einstellung, Denkweise und Ausrichtung auf seine Ziele, die man erreichen will (und nicht etwa auf Probleme, die aufkommen oder Hindernisse, die im Weg stehen könnten). Raus aus dem Jammertal – zur Not mithilfe von Autosuggestion oder einem individuellen Coachingprogramm. Oft hilft es, einfach nur ein Tagebuch zu führen mit schriftlicher (positiver) Formulierung seiner Ziele.

Was gehört also alles dazu, um mit dem Wind zu segeln (anstatt gegen Windmühlen zu kämpfen):

  • Wie sieht es aus mit dem eigenen, brennenden Verlangen – das sind die Ausgangslage jeder Errungenschaft! Wofür bist Du Feuer & Flamme? Was ist Dein Ding?
  • Und glaubst Du selbst daran? Glaubst Du an Deine Zielsetzung, daran, dass Du es schaffen kannst?
  • Mithilfe von Autosuggestion werden die eigenen Glaubenssätze und Vorstellungen manifestiert! Klar, nichts darf einen davon abbringen, was man sich zum Ziel gesetzt hat.
  • Ein letztes Beispiel und wichtiger Schritt ist die Erlangung von Fachwissen (nicht zu unterschätzen). Denn, „besser wissen heißt besser können“. Es geht um persönliche Erfahrungen und gute Beobachtung. Und es geht darum, sich auf seinen persönlichen Bereich zu konzentrieren (nicht auf 1.000 andere Dinge gleichzeitig!)


Aufbau des Buches

Zuerst kommt einer der 13 goldenen Schritte. Inklusive Ausführung und kontextuelle Einbettung in soziokulturelle Beobachtungen, eventuell psychologische Erklärungen und, wenn vorhanden in entsprechende Statistiken. Es folgt ein Praxisteil („aus meinem Leben“) und lässt kluge Frauen in „Weibliches Masterminds“ zu Wort kommen. Dann darf man sich selbst an einem ausführlichen Fragekatalog abarbeiten. Auf diese Weise erfährt man gleich selbst, wo man steht.

Fazit

Ein interessantes Buch. Es werden natürlich viele Dinge gesagt, die man kennt und irgendwo schon einmal aufgeschnappt hat. Es sind aber mehr als Küchenweisheiten. Der Schwerpunkt liegt klar auf “positives Denken”. Das Buch ist so etwas wie ein Mut-und-Munter-Macher. Man nimmt es am besten in die Hand, wenn man mal wieder vor einem kleinen Trümmerhaufen steht und sich fragt, wie man hier je wieder herauskommen soll. Er trägt definitiv zum positiven Mindset bei. Wer gerade an seinem Studium zweifelt, die x-fache Absage kassiert hat, wieder einmal Ärger im Büro hat, an sich selbst oder seinen Fähigkeiten zweifelt oder gerade einen Neuanfang wagt – wird mit diesem Buch eine beste Freundin an der Seite haben, die genau jetzt die richtigen Worte findet.

Das könnte Dich auch interessieren: