Lifestyle,  Philosophisches

Bye-bye Social Media

Vor fast einem Jahr startete dieser Blog – voller Euphorie, Ideen und Themen, die wirklich Spaß bereiteten und das erste Corona-Jahr gut ertragen ließen. Du musst es Dir so vorstellen: nach der Arbeit und einer kleinen Stärkung, setzte ich mich irgendwann gemütlich an meinen Schreibtisch ans Fenster, und an lauen Sommerabenden auf meinen Balkon, blätterte im Block (der irgendwann nur noch aus Notizen in Form von bunten Mindmaps bestand, basierend auf Gesprächen mit meinen Heidelberger-Freund*innen) und fing an, die Fetzen zu Themen zu puzzeln und in den Computer zu tippen. Draußen trillerte die Amsel ihr Solokonzert und während die Sonne langsam hinter dem Horizont verschwand, sprang die Solar-Lichterkette an und verwandelte meinen Balkon zu einer gemütlichen Lounge, bei der ich teilweise sogar die Zeit vergaß. So entstanden die ersten Themen über DIE HEIDELBERGERIN.

Damit ein Onlineblog funktioniert (“gesehen wird”), so weiß man, kommt man nicht drumherum, sich zeitgleich auf Social Media zu präsentieren. Die meisten von euch kennen das ja! Schnell wurde eine Seite auf Facebook eingerichtet und das Ganze mit Instagram verknüpft. Natürlich stand im Raum, ob nicht auch Pinterest, Twitter oder sogar Youtube eine Option sind.

Die Ernüchterung kam jedoch schnell – auf Facebook schneller als gedacht, so dass DIE HEIDELBERGERIN nur noch auf Instagram präsent blieb – bis dato! Heute wurde der Instagram-Account gelöscht. Aber warum? Das erkläre ich Dir jetzt.

In diesem Fall gibt es mehr als einen Grund. Im Beitrag Hassliebe Social Media ging es schon einmal um die Frage, warum Social Media eigentlich pure Zeitverschwendung ist und man gleichzeitig kaum OHNE auskommt, um etwa Gehör zu finden oder sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Wo, wenn nicht hier kann ich mich mit so vielen unterschiedlichen Leuten vernetzen, die dasselbe Thema interessiert. Zunächst war ich überzeugt, dass diese Plattformen ein großer Gewinn sind, trotz all der Zeit, die man hier reinsteckt, geschweige denn durch zahlreiche Ablenkungen (Stichwort: Katzenvideos :-)) “verliert”. Also biss ich irgendwie die Zähne zusammen und installierte Insta auf meinem Handy. Nach fast einjähriger, intensiver Nutzung dieser App sehe ich das inzwischen anders, kritischer! Ist es wirklich notwendig, ständig etwas von sich preiszugeben, ständig im Gespräch zu bleiben, auf sich aufmerksam zu machen? Da steckt so viel Arbeit dahinter, das weiß jede*r von euch, der oder die das selbst aktiv nutzt! Doch, ist sie es wirklich wert?

Wir haben uns daran gewöhnt, ja. Aber nehmen wir mal Abstand und betrachten unser “Socializing” mal von der Seite, kommt man sich sogar etwas albern vor. Die beliebtesten Beiträge waren Postings über´s Essen. Im ernst jetzt? Und natürlich bekannte Bilder, wie das Heidelberger Schloss oder die Alte Brücke. Die weniger beliebten waren die, bei denen man sich inhaltlich eigentlich die meiste Mühe gegeben hat. Das frustriert natürlich, aber ist dennoch verständlich. Ich schaue mir während meines Feierabends auch keine Problemfilme an, sondern wähle auch meistens das entspannte, angenehme und leicht verdauliche Programm!

Kommen wir zur Ausgangslage: der Balkon und der anfängliche Spaß an der Sache. Die meisten Texte entstanden hier, ohne Druck, Stress und ablenkende Katzenvideos. Social Media lenkt unglaublich ab, macht sogar träge und verschlingt Zeit. Manchmal fühlt man sich sogar ganz schön schlecht und weiß gar nicht genau, warum. Ich habe mich noch nie mit so vielen Menschen NICHT unterhalten. Die echten Gespräche waren tatsächlich die am Telefon, während meiner Besuche der hier vorgestellten Heidelberger*innen oder sogar während der Videokonferenzen. Aber nicht bei Insta oder seinen Äquivalenten.

Deshalb der Entschluss: DIE HEIDELBERGERIN ist und bleibt ein bunter Themenblog – mit Ausrichtung auf Philosophie und seiner Liebe zur Stadt – der es nicht nötig hat, von Tausend von Menschen gesehen zu werden. Die, die uns finden wollen, finden uns – auch ohne die Hilfe von gängigen sozialen Medien. Vielen Dank für Deine Aufmerksamkeit!