Buchtipp,  Über Heidelberg

Heidelberg – Porträt einer Stadt

Heidelberg ist ein Dorf. Das bemerkt man bereits nach kurzer Zeit, wenn man hier lebt. Dennoch – und das unterscheidet die Stadt sicherlich von anderen Städten – ist Heidelberg sehr abwechslungsreich, international, kulturell vielfältig, so dass man eigentlich nie Langeweile hat. Es gibt Städte gleicher Größenordnung, da wird ab 20:00 Uhr (oder früher) der “Bürgersteig hochgeklappt”, wie man so schön sagt.

Nicht in Heidelberg. In dieser Stadt wird gelebt, geliebt, geforscht, gearbeitet und genossen. Menschen engagieren sich, kümmern sich um ihre Nachbarn und lassen es sich selbst auch gut gehen. Man besucht Vereine, singt im Chor, lernt Sprachen und trifft sich regelmäßig mit Freunden.

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Die Stadt ist natürlich aus mehreren Gründen attraktiv – nur um einige zu nennen: sie ist grün, sauber und man fühlt sich (vor allem als Frau) sicher. Junge Menschen (Studierende) prägen den Charakter Heidelbergs. Sie sind aktiv, gebildet und neugierig. Zudem fördert die Stadt Heidelberg die Kultur- und Kreativszene vergleichsweise stark. Man wird von außergewöhnlich talentierten Menschen inspiriert und hat das Gefühl, sich hier ausprobieren zu können und auch auf Gleichgesinnte zu treffen.

Heidelberg ist “schwer zu toppen”, stellt auch die Reisejournalistin und Autorin Cornelia Lohs fest. Im Gmeiner Verlag* veröffentlichte sie deshalb vor Kurzem das Buch Heidelberg. Porträt einer Stadt. Und weil Heidelberg eben ein Dorf ist, wird uns die ein oder andere hier vorgestellte Persönlichkeit sogar bekannt sein.

Zu den Porträts gehören…

Zu den Portraits gehören zum Beispiel das Ehepaar Brecht mit ihrem inzwischen international bekannten Zuckerladen in der Plöck, die Inhaberin der familiengeführten Rhein-Neckar-Zeitung Inge Höltzcke, der Kaffee-Somelier Rudolf Miltner von der beliebten Kaffeebar Casa del Caffè in der Steingasse (Alte Brücke) oder der Nobelpreisträger Professor Harald zur Hausen (Forscher am DKFZ).

Aber auch historische Figuren wie die Schwägerin des Sonnenkönigs Ludwig XIV und Rekord-Briefeschreiberin Liselotte von der Pfalz, die Schriftstellerin Henriette Feuerbach oder der Sozialdemokrat und erste deutsche Reichpräsident Friedrich Ebert gehören fest zur Who-is-Who-Personenliste dieser Stadt!

Der ebenfalls in Heidelberg ansässigen Journalistin Cornelia Lohs gelingt es mit diesem Werk – eine Mischung aus Interview, Kurzdarstellung und Fotografie – ein sehr persönliches, sehr vertrauliches und authentisches Bild einer Stadt nachzuzeichnen, die man auch als Nicht-Heidelberger*in gerne besuchen und entdecken möchte.

Schließlich sind es immer die Menschen, die das Bild einer Stadt prägen!

Gemüseladen und Wohlfühlcafé

Günay Celik zum Beispiel betreibt den gleichnamigen Gemüseladen in der Märzgasse. Sie gehört seit gefühlt 100 Jahren fest zum Stadtbild dazu und versorgt den vorderen Altstadtteil nicht nur mit frischem Gemüse und Obst, mit Oliven und Salaten, sondern inzwischen auch mit leckeren selbst gemachten Fertigspeisen und leckerem Kaffee. Die gebürtige Türkin kam 1981 nach Deutschland und fing ganz klein, zunächst als Putzhilfe in einem Altenheim, an. Heute ist ihre kleiner “Garten” und die Café-Oase “Unter Freunden” eine sehr beliebte Anlaufstelle.

Sternwarte und niemals zurück

Ein anderes Beispiel: Auf dem Königsstuhl befindet sich die Landes-Sternwarte (Heidelberg hat eine Sternwarte?). An diesem doch recht abgelegenen Plätzchen arbeitet die italienische Sprach- und Literaturwissenschaftlerin Tiziana Abegg im Projekt Office. Bei ihr war es die Liebe, die sie in Heidelberg hielt, auch wenn sie ursprünglich niemals herkommen und erst recht nicht für immer bleiben wollte. Im folgenden Video erfährst Du mehr über das Haus der Astronomie:

Es macht Spaß, in diesem 180-seitigen Buch zu blättern. Gerade jetzt (im zweiten Lockdown), wo wir weniger Menschen zu Gesicht bekommen und uns kaum austauschen können.

Es ist einwenig, wie “alte Freunde treffen und mit ihnen über´s Leben plaudern!”.

Das Buch mit seinen Portraits zeigt die Stadt von einer anderen, nicht unbedingt Tourismus-zentrierten Perspektive – und davon haben wir mehr als genug in Heidelberg!

Erfahre mehr über das Buch hier geht es direkt zur Verlagsseite). Das könnte Dich auch interessieren:

*An dieser Stelle bedanken wir uns für das Rezensionsexemplar.