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Heidelberg Kochbuch

Wusstest Du, dass eines der Lieblingsgerichte vom Heidelberger Oberbürgermeister eine Möhren-Kartoffelsuppe mit Sekt ist? Das hat Stil und gibt einer so soliden Speise gleich einen glamourösen Charakter. Auch wenn Professor Eckart Würzner nur selten dazu kommt, “geniesse ich nicht nur das Essen, […] sondern besonders das gemütliche Zubereiten eines leckeren Gerichts”, verrät er.

Die Geschäftsführerin des Heidelberg Studierendenwerks – und dazu gehört auch die mehrfach ausgezeichnete Zeughaus-Mensa im Marstall – setzt ihrerseits auf Blütenkugeln. Ulricke Leiblein ist selbst leidenschaftliche Hobbyköchin und weiß um die Wichtigkeit einer guten, ausgewogenen und gesunden Küche, wenn es um Leistung geht. Ihre Kugeln bestehen aus Nußlocher Ziegenfrischkäse, Tomaten vom Gartenbauer, Handschuhsheimer Feldsalat, gebackenen Brotchips und allerlei Gewürzen. Im Frühling gibts zudem frische Blütenblätter vom Markt oder gleich von der Wiese.

Die beiden Küchenchefs Julian Becker und Julien Schon vom Heidelberger Luxushotel Europäischer Hof, zeigen ebenfalls ihre Lieblingskreationen. Dazu gehört auf der einen Seite ein Kalbsbraten (rosa gebraten) mit cremigem Petersilienschaum und gerösteten Kartoffelwürfeln und auf der anderen ein gebratener Adlerfisch mit wildem Spargel. Das sieht nicht nur optisch gut aus, sondern lässt einem das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Das Tolle ist, diese und weitere 97 tolle Rezepte sind im Heidelberg Kochbuch – eine Zusammenarbeit mit dem Heidelberger Umweltamt – im Wellhöfer Verlag* vertreten. Und alle, die sich fragen, ob Heidelberg überhaupt so etwas wie eine “eigene Küche” hat … dies ist der Beweis! Die Küche ist genauso vielfältig, international und überregional, wie die Heidelberger Bevölkerung selbst. Auf diese Weise entsteht eine außergewöhnlich kulinarische Kreation mit bekannten und unbekannten Zutaten.

Hier wird man nicht nur fündig, wenn es um die Vorspeise, das Hauptgericht oder Dessert geht, sondern man kann sich Inspiration für frische Salate oder ein selbstgebackenes, außergewöhnliches Brot holen. Schon mal ein Cashew-Möhrenbrot probiert oder ein Gurkensalat mit Pfefferminze gegessen? Auch das Einkorn-Buttermilch-Toast mit Haferflocken macht sich gut beim nächsten Essen mit Freunden oder Familie auf dem Küchentisch. Wie lässt sich eigentlich “altes Brot” verwerten und wie kriegt man einen gewissen Crunch in den faden Brokkolisalat? Im Heidelberg Kochbuch gibts dazu gute Tipps.

Das Buch hat aber noch ein wichtiges Anliegen! Es möchte stärker dazu motivieren, regional, saisonal, bio und nachhaltig einzukaufen bzw. zu kochen. Und das ist mit den tollen Beispielen, die wirklich Appetit machen, gar nicht mehr so schwer. Im letzten Abschnitt sind zudem Tipps für nachhaltigen Genuss und ein Saisonkalender zu finden. Damit bleibt man das ganze Jahr über auf dem Laufenden.

Was besonders ist und ins Auge sticht, ist der persönliche Touch dieses Kochbuches! Alle Rezeptideen stammen von Heidelberger*innen, die uns ihre Lieblingsrezepte kredenzen. Darunter sind Restaurantleiter*innen, Bäcker*innen, Expert*innen aus dem Catering, Gemüsehofbesitzer*innen, Mitarbeiter*innen aus dem Weltladen, Weingutbesitzer*innen und Köch*innen aus der Region. Es gibt sogar vegetarische und vegane Vorschläge, für noch mehr Vielfalt auf dem Teller.

*Vielen Dank für die Bereitstellung des Buches für die Besprechung/ Rezension.