Kulinarik,  Über Heidelberg

Gastro mit Geschichte

Heidelbergs Altstadt ist nicht nur beliebt für seine Geschäfte, Museen und Kneipen, sondern auch für die Restaurants und Cafés, aus denen oft ein großartiger Duft ausströmt, dem man sich schwer entziehen kann. Einige der Gaststätten und Kaffeehäuser existieren seit mehreren 100 Jahren. Sie sind der Inbegriff für Gastfreundschaft und Treffpunkt – für Menschen aus aller Welt. Die Häuser haben eine lange Tradition und nicht selten eine interessante Geschichte. Da gibt es zum Beispiel das Café Burkardt in der Unteren, die Bäckerei Gundel direkt am Karlsplatz oder das Schafheutle in der Hauptstraße, dass man doch schnell mal übersehen kann. Abends ist vor allem das Casa del Caffè (oder einfach nur Café No. 8) in der Steingasse ein gemütlicher Ort, seinen Arbeitstag ausklingen zu lassen und in der Chocolaterie St. Anna No. 1 direkt am Eingang der Hauptstraße taucht man ein in ein schokoladenhaltiges Schlaraffenland. Derartige Cafés und Lädchen versprühen noch immer diesen uralten Charme. Die Produkte sind oft Handmade und mit viel Liebe zubereitet. Man kann hier eintauchen, genießen und dabei die Welt vergessen. Let´s look inside!

Amelié wäre neidisch – Die zuletzt erwähnte Chocolaterie St. Anna No. 1 (nahe Bismarckplatz) hat für jeden etwas zu bieten. Und vor allem zu jeder Jahreszeit. Hausgemachtes, unverwechselbares Eis im Sommer (mit exotischen Geschmacksrichtungen) und glücksanstiftende Trinkschokolade für graue Wintermonate. Hier gibts “Slowfood” für ein paar wunderbare, entschleunigte Minuten. Klar, findet man hier Kaffee-Spezialisten und Schokolade aus der ganzen Welt! Schließlich heißt es hier nicht umsonst, “(e)s lebe die Schokolade und der, der sie erfunden hat”! Der Name St. Anna geht übrigens zurück auf eine Landgräfin aus dem 17. Jahrhundert, die der Legende nach die erste Schoki aus Spanien importierte und nur zu ganz besonderen Anlässen hervorholte.

Wenn Helge Schneider wieder Inspiration braucht – Gehen wir ein paar Schritte weiter. Immer die Hauptstraße entlang, Richtung Schloss. Irgendwann auf der rechten Seite bemerkt man das Café Schafsheutle. Zugegeben, der Name ist etwas verwirrend. Hier werden keine Lammkeulen serviert und auch kein Lamm Carre angeboten. Es handelt sich tatsächlich um eine Konditorei, die vor allem für ihr Interior und den schönen Wintergarten bekannt ist. Gelegentlich bezeichnen Studierende das Haus als “Omacafé”. Liegt am Publikum, dass hier sein Frühstück genießt, Pralinen probiert und sein regelmäßiges Kaffeekränzchen abhält. Helge Schneider hat einmal gesagt, dass die Inspiration für seine Stücke aus genau solchen Cafés stammt. Wenn Du also mal etwas Abwechslung brauchst, setzt Du dich mit einer Sachertorte an einen der Tische und machst die Lauscher auf.

Hier war Friedrich Ebert zuhause – Weiter entlang der Hauptstraße, biegt man irgendwann nach links in die Untere Straße. Hier steht das historische Café Burkhardt, einst DER Treffpunkt für Studierende der Stadt Heidelberg. Dahinter befindet sich die Friedrich-Ebert-Gedenkstätte, das Geburtshaus des ersten Reichspräsidenten. Das Gebäude wurde zwar immer mal modernisiert, doch hat es seinen Charme nie verloren. Es ist mehr als nur ein Café oder eine Weinstube: “Nachtschwärmer treffen auf Einheimische, Reisende mischen sich unter Studierende. So ist Heidelberg – so ist das Burkardt!” – heißt es über dieses Café. Also, tritt ein und lass es Dir schmecken.

Urlaubsflair inklusive – Wenn man früh morgens die Steingasse Richtung Alte Brücke läuft, wird man feststellen, dass bereits Licht im Casa del Caffè auf der linken Seite brennt. Frühaufsteher*innen sitzen an einem der bereits aufgebauten Tischchen und nippen mit schläfrigem Blick an ihrem Heißgetränk. Und abends, so scheint es, verwandelt sich das Café in eine gemütliche Bar mit italienischem Flair. Darin befinden sich gerade mal eine Handvoll Stehtische. Man kann eine Kleinigkeit essen (herzhafte und süße Backwaren) oder einfach nur seinen Arbeitstag bei einem Aperitif, Cocktail oder einem Glas Wein ausklingen lassen.

Erst naschen, dann laufen – Am Ende der Hauptstraße, gegenüber vom Rathaus, Ecke Karlsplatz, befindet sich der “älteste handwerkliche Backbetrieb” von Heidelberg. Die Rede ist von der Bäckerei Gundel. Nicht selten bewundern Tourist*innen die “Heidelberger Kurfürstenkugeln” im Schaufenster. Denn hinein kommt man selten. Das bereits in vierter Generation geführte Café ist entweder ständig überfüllt oder aber geschlossen. Erhascht man dann doch mal einen Platz (mit Blick aufs Schloss), hat man die Qual der süßen Wahl. Die angefutterten Kalorien kann man ja gleich mit einem Abstecher zur Schlossruine machen. Es sind doch nur 400 Stufen bis nach oben.

Diese Liste beinhaltet natürlich nur eine Auswahl an Cafés und Gaststätten aus der Region. Sie wird noch weiter vervollständigt. Also, stay tuned!

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Weiterführende Literatur und Links: